Blogroll vom 29.06.2015

I. Rassismus in Deutschland

Sächsische Polizei gesteht – Böller-Atacke in Asylunterkunft war Sprengstoffanschlag (MiGAZIN v. 22.06.15)

Nach einer Explosion in einer Flüchtlingsunterkunft im Februar war die sächsische Polizei von einer harmlosen Böller-Attacke ausgegangen. Nun stellt sich heraus, dass es ein Sprengstoffanschlag war mit sieben Verletzten.

 

Rassistische Proteste in Sachsen – sie rufen „Sieg Heil“ (taz v. 28.06.15)

In Freital demonstrieren weiter Menschen gegen die Unterbringung von Flüchtlingen. In Meißen brannte am Wochenende eine geplante Flüchtlingsunterkunft.(…) Einige zeigen sich offen rechtsextrem: Drei Männer wurden nach Angaben der Polizei in den vergangenen Tagen festgehalten, weil sie „Sieg Heil“ gerufen oder den Hitlergruß gezeigt haben.

 

Freitaler Demos gegen Flüchtlinge – Politiker lassen einfach gewähren (Deutschlandfunk v. 28.06.15)

Ihnen geht es nicht um Kritik an zu langwierigen Asylverfahren oder schlechter Kommunikationspolitik der Landesregierung. Die Freitaler Asylheimgegner wollen ein deutsches Deutschland, in dem kein Platz für andere ist. Am Freitagabend war auf ihrer Demo gleich mehrfach der Hitlergruß zu sehen. Da bleibt nun wirklich kein Interpretationsspielraum.

 

 

II. Begrifflichkeiten

Faktencheck: Seehofers Mär vom „massenhaften Asylmissbrauch“ (Pro Asyl v. 26.06.15)

Während in Freital die Progromstimmung der 90er Jahre zurückgehrt und Gewalt gegen Flüchtlinge zunimmt, heizt CSU-Chef Seehofer die Debatte an. Angesichts eines „massenhaften Asylmissbrauchs“ fordert er schnelle Abschiebungen statt Verständnis. Das ist nicht nur politisch fatal, auch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Ein Faktencheck.

 

Zur Karriere und Funktion abschätziger Begriffe in der deutschen Asylpolitik (MiGAZIN v. 29.06.15)

In der politischen Polemik gegen „Asylmissbrauch“ haben gefährliche Kampfbegriffe Karriere gemacht: von der Prägung in denunziatorischer Absicht über den Alltagsgebrauch bis zur Bestätigung durch lexikalische Festschreibungen.

 

 

III. Geflüchtete in Berlin

Berlin – Bericht bescheinigt Vergabe von Flüchtlingsheimen gravierende Mängel (MiGAZIN v. 22.06.15)

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen betonen Länder immer wieder, wie überfordert sie sind. Selbstverschulden ist kaum Thema. Gravierende Mängel bei der Vergabe von Flüchtlingsheimen an private Betreiber haben jetzt externe Wirtschaftsprüfer dem Land Berlin bescheinigt.

 

Flüchtlinge – Mit der Kamera die neue Heimat kennenlernen (Deutschlandradio Kultur v. 27.06.15)

In der neuen Heimat Fuß zu fassen ist für Flüchtlinge oft nicht leicht. Ein Berliner Projekt will Jugendlichen aus Syrien und Afghanistan dabei helfen: Mit der Fotokamera sollen sie das Leben in Deutschland kennenlernen – und ihr eigenes dokumentieren.

 

 

IV. Europäische Flüchtlingspolitik

EU bringt Kriegsschiffe, Hubschrauber, U-Boote und Drohnen für den „Kampf gegen Schlepper“ in Position (Pro Asyl v. 25.06.15)

1000 EU-Soldaten, 6 Millionen Euro pro Monat: Die EU hat die erste Phase ihres Militäreinsatzes im Mittelmeer gestartet. Nun wurden Details bekannt. Die Gefahr einer Eskalation wächst: Aus Libyen wird bereits mit Luftschlägen gegen EU-Schiffe gedroht.

 

Ach, das ist also Europa (Zeit v. 27.06.15)

Während die europäische Öffentlichkeit auf das Meer vor Lampedusa blickt, während eine Militärmission versucht, gegen Schlepperbanden an der libyschen Küste vorzugehen, und die EU über Flüchtlingsquoten streitet, hat sich der Balkan zu einer Hauptroute für Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten entwickelt: Mittlerweile dürften es Zehntausende sein, die über die Türkei nach Griechenland gelangen und dann über Mazedonien und Serbien in den Norden Europas ziehen

 

Flüchtlingspolitik der Europäischen Union – Vergebung für die, die dem europäischen Traum Schande machen (Süddeutsche v. 28.06.15)

Aber ganz ehrlich: Ist das ein Europa, auf das wir stolz sein können? Ein Europa, in welchem neue Mauern errichtet werden, während wir reden; in welchem Menschen an der Grenze zwischen Italien und Frankreich wie Vieh hin- und hergeschoben werden; in welchem Politiker stillschweigend zusehen, während verzweifelte Migranten sich auf die Lastwagen drängeln, die von Calais nach Großbritannien unterwegs sind. Ich glaube nicht.

 

 

V. Zum Verhältnis von Gender, Migration und Menschenhandel

Gender, Migration, „Trafficking“ and the Troublesome Relationship between Agency and Force (Border Crimonologies v. 19.06.15)

We need research that treads a course between these opposing narratives. We need studies that neither reduce their research subjects to abject victims and suffering bodies, nor romanticize them as ‘heroic subalterns,’ and that don’t insist on a gendered and aged division between willing subjects or will-less objects, or attempt to correct this by seeking liberalism’s rugged individual subject in all alike.

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