Blogroll vom 20.07.2015

I. Geflüchtete in Deutschland

Berlin – Chipkarte für Flüchtlinge (taz v. 16.07.15)

Opposition und Flüchtlingsvertreter fordern sie seit Jahren, nun hat Sozialsenator Mario Czaja (CDU) eingelenkt: Asylbewerber in Berlin sollen eine Krankenkassenkarte bekommen, mit der sie wie gesetzlich Versicherte zum Arzt gehen können. Man wolle nicht länger auf eine bundeseinheitliche Regelung dieser Frage warten, erklärte Czaja am Dienstagnachmittag überraschend vor rund 40 Teilnehmern des runden Tischs zur Versorgung von Flüchtlingen.

 

Streit um Verteilung – Kommunen fordern Finanzhilfe für Aufnahme junger Flüchtlinge (MiGAZIN v. 17.07.15)

Die von der Bundesregierung beschlossene Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen auf alle Bundesländer wird kontrovers diskutiert: Pro Asyl lehnt Pläne zur Verteilung ab, AWO vermisst Standards zur Betreuung, die Gemeinden fordern mehr Geld.

 

Weinendes Flüchtlingsmädchen: Merkel verteidigt ihren Streichel-Auftritt (Spiegel Online v. 19.07.15)

Hätte Merkel mehr Gefühl zeigen müssen, als die junge Reem in Tränen ausbrach? Die Kritik war heftig, die Bundeskanzlerin aber steht zu ihrer Reaktion: „Ich glaube, dass das ok so war.“

 

 

II. Rassismus in Deutschland 

Reichertshofen – Zwei Feuer in einem Flüchtlingsheim gelegt (Welt v. 16.07.15)

Unbekannte haben einen Brandanschlag auf eine künftige Asylbewerberunterkunft in Bayern verübt. An zwei Eingängen des Gebäudekomplexes in Reichertshofen wurde, wie Brandfahnder der Kripo ermittelten, in der Nacht zum Donnerstag vorsätzlich Feuer gelegt. Noch stehen die Häuser leer.

 

Google löscht Karte mit Flüchtlingsheimen (DW v. 17.07.15)

Nach mehreren Tagen der Prüfung hat Google gehandelt: Der Konzern nahm eine umstrittene interaktive Landkarte aus dem Netz, auf der mehrere Hundert Heime für Asylbewerber in Deutschland verzeichnet waren.

 

Kommentar attackierte Flüchtlingsheime – Eine übergreifende Strategie (taz v. 19.07.15)

In den vergangenen Monaten fand die neue Aktionsform immer mehr Zuspruch. Warum erst auf „die Asylbetrüger“, „die Kriminellen“ und „Sozialsystemschmarotzer“ warten? Warum nicht gleich ihre Ankunft verhindern? „Wann, wenn nicht vorzeitig, wann, wenn nicht sofort“ scheint vorzuherrschen, wenn bekannt wird, wo eine Unterbringung geplant ist. Selbst wenn die Nutzung nur verzögert wird, ein Zeichen ist gesetzt – gegen die einzelnen Flüchtlinge und Asylsuchenden und die gesamte Flüchtlings- und Einwanderungspolitik.

 

 

III. Geflüchtete in Europa

Wie griechische Behörden Helferinnen und Helfer von Flüchtlingen kriminalisieren (Pro Asyl v. 14.07.15)

Auf den ägäischen Inseln kommen Tausende Schutzsuchende an – und landen obdachlos auf der Straße. Viele Bürgerinnen und Bürger solidarisieren sich mit ihnen und versorgen sie mit dem Nötigsten. Doch wer Flüchtlinge mit dem Auto mitnimmt, dem droht eine Anklage wegen „Beihilfe zum illegalen Aufenthalt“. Die Studentin Dora T. stand deswegen letzte Woche in Mytilene vor Gericht – und das, obwohl das entsprechende Gesetz eben erst geändert wurde.

 

Überfodert – Krise in Griechenland trifft Flüchtlinge (MiGAZIN v. 14.07.15)

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft vor allem die Flüchtlinge im Land. Es fehlen sauberes Wasser, Medikamente und Unterkunft. Die UN, Ärzte ohne Grenzen und Pro Asyl appellieren an die EU, endlich zu handeln.

 

Ungarn drängt Flüchtlinge ins Abseits (DW v. 17.07.15)

Der Zaun ist erst der Anfang. Ungarns Premier Orban macht weiter mit seiner flüchtlingsfeindlichen Politik. Jetzt sollen Unterkünfte aus dem Blickfeld verschwinden. Und die Regierung wedelt mit dem Strafgesetzbuch.

 

 

IV. Klima- und umweltbedingte Flucht

The New Environmental Refugee Crisis (Huffington Post v. 13.07.15)

The vast majority of these so called „environmental refugees“ hail from the Sahel — a biogeographic region just south of the Sahara desert that stretches from Senegal all the way to Northern Eritrea. It’s a massive zone criss-crossing through 17 countries and with around 100 million inhabitants, and much of it is under threat from climate change.

 

Es hat keinen Sinn zu warten – Walter Kälin und die Nansen-Initiative zu klima- und katastrophenbedingter Flucht (Flüchtlingsforschungsblog v. 15.07.15)

Aber haben wir es hier nicht auch mit einem Problem globaler Ungleichheit zu tun? Diejenigen Staaten, die den Klimawandel im Wesentlichen verursacht haben und auch am meisten zur Minderung oder Begrenzung beitragen könnten, sind zugleich diejenigen, die bislang am wenigsten davon zu spüren bekommen.

 

 

V. Literarisches

„Dazwischen das Meer“ – Flucht und Flüchtende in der Literatur (Deutschlandradio Kultur v. 13.07.15)

Aufgrund der politischen Krisenherde rund um die Mittelmeerregion verlassen auch Autoren und Autorinnen vermehrt ihre Heimat. So fanden etwa der syrische Blogger Aboud Saeed und die tunesische Lyrikerin Najet Adouani in Deutschland eine neue Bleibe – mal mit privater Hilfe, mal mit Hilfe des PEN

 

 

(ml)

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