Blogroll vom 10.08.2015

I. Geflüchtete in Europa

„Schlauchboot manövrierunfähig, halb vollgelaufen, droht zu kentern“ (Pro Asyl v. 03.08.15)

Seit mehr als einem Jahr versendet die Master-Yachting GmbH mit jedem Mietvertrag einer Yacht die PRO ASYL-Broschüre „Flüchtlinge in Seenot: handeln und helfen“. Wie wichtig dies ist zeigt dieser Bericht des Master-Yachting-Kunden T. Oezen, der im Juli in der Ägäis auf drei Flüchtlingsboote in Seenot traf und die Rettung der Schiffbrüchigen einleitete.

 

Einigung durch die Hintertür? – Neuer Versuch einer EU-weiten gemeinsamen Liste sicherer Herkunftsstaaten (Flüchtlingsforschungsblog v. 03.08.15)

Die luxemburgische Ratspräsidentschaft hat im Juli einen neuen Vorschlag für eine EU-weite Liste sicherer Herkunftsstaaten vorgelegt. Während frühere Versuche u.a. daran scheiterten, dass es keine rechtliche Handlungsgrundlage gab, scheint es jetzt einen Weg durch die Hintertür zu geben: mithilfe des Europäischen Asylunterstützungsbüros soll den Mitgliedsstaaten „geholfen“ werden, eine vorerst informelle gemeinsame Liste zu erarbeiten.

 

200 Migrants Are Believed Drowned in Capsizing Off Libya (NY Times v. 06.08.15)

The disaster, which the agency said took place on Wednesday night about 15 miles off the Libyan coast, is one of the deadliest this summer as thousands of migrants from Africa and as far away as Syria and the Palestinian territories have made their way to the lawless shores of Libya for a chance to get to a better life in Europe. More than 2,100 others have already died this summer.

 

Der Kritiker: Der Rassismus war nie fort (Spiegel Online v. 07.08.15)

Es war so lange ruhig in Europa, wie die Politik Rassismus nicht instrumentalisierte. Doch wer den Kontinent zur Festung hochrüstet, darf sich nicht wundern, wenn rassistische Angriffe wieder zu einer Feierabendveranstaltung werden.

 

 

II. Geflüchtete in Deutschland

Effektiver Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt – auch in Flüchtlingsunterkünften (Heike Rabe, Institut für Menschenrechte v. 03.08.15)

Die Frage nach der Unterbringung Asylsuchender jenseits von Containern, Zelten oder Turnhallen überlagert bereits seit längerem die Diskussion über die Wahrung der Rechte von Asylsuchenden und Geduldeten in Flüchtlingsunterkünften. Dies trifft insbesondere vulnerable Gruppen wie Frauen oder LSBTI. So weist der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt in Flüchtlingsunterkünften erhebliche Defizite auf.

 

Brand im Flüchtlingsheim – Mit welcher Leichtigkeit die Polizei Fremdenfeindlichkeit ausschließt (MiGAZIN v. 06.08.15)

In der Nacht zum Mittwoch wurde in Niedersachsen auf eine Flüchtlingsunterkunft mit 3.000 Bewohnern ein Brandanschlag verübt. Das Feuer konnte nur mit Hilfe von vier Feuerwehreinsatzstellen gelöscht werden. Fremdenfeindlichkeit schließt die Polizei mit einer unglaublichen Leichtigkeit aus. Überhaupt teilt sie nur auf Nachfrage mit, dass Flüchtlinge betroffen sind. Das Telefonat mit der Polizei als Gedächtnisprotokoll:

 

Mikrozensus 2014 – Die meisten „Zuwanderer“ leben hier seit über 20 Jahren (Mediendienst Integration v. 07.08.15)

Die Zahl der Zuwanderer sei so hoch wie nie, meldete das Statistische Bundesamt anlässlich der neuen Bevölkerungszahlen. Allerdings ist die Aussage irreführend: Bei den 10,9 Millionen „Zuwanderern“ handelt es sich zwar um Menschen, die aus dem Ausland eingewandert sind – doch nur ein Bruchteil davon in den letzten Jahren. Die meisten leben schon seit mindestens 20 Jahren in Deutschland. Außerdem meldete das Statistikamt die gleiche Zahl bereits 2012.

 

„Wir haben nicht Reichtum gesucht, sondern Sicherheit“ (Deutschlandfunk v. 08.08.15)

Nur rumsitzen – das wollen viele der Flüchtlinge nicht, die in deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen darauf warten, auf die Kommunen verteilt zu werden. Arbeit oder eine Ausbildung könnten eine Alternative sein. Doch gerade in puncto Arbeitsintegration von Flüchtlingen ist Deutschland noch ganz am Anfang des notwendigen Engagements.

 

 

III. Geflüchtete in Berlin 

Nach Spannungen auf dem Lageso-Gelände – Weitere Flüchtlinge kommen in Notunterkunft in Karlshorst unter (rbb online v. 08.08.15)

Nachdem einige Flüchtlinge teils tagelang vor der Zentralen Aufnahmestelle in Berlin-Moabit campierten, sind viele von ihnen kurzfristig in Notunterkünften unterkommen. So sind am Sonntag etwa 100 Menschen in die neue Unterkunft in Berlin-Karlshorst eingezogen. Am Dienstag will der Senat ein Konzept vorlegen, um die Lage in den Griff zu bekommen.

 

 

(ml)

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